Aus der Praxis: Stilblüten

Beliebte Verhörer:
„Bordeaux“ statt „Porto“ auf Sächsisch
„Der weiße Neger Wumbaba“ statt „Die weißen Nebel wunderbar“
(Axel Hacke: Kleines Handbuch des Verhören)
„Aktionstag der Schwulen“ statt „Aktionstag der Schulen“

Beliebte Verschreiber:
„Der Schreitisch“
„Die Freunding“
„Das Mindestmuss“

„Das schlug dem Kind die Krone ins Gesicht!“

„Die pensionierte Lehrerin führt ehrenamtlich Hunde aus, auch Claudia G. und ihre Tochter Svenja.“

„Die Letzten werden zu spät kommen!“

„Sie sollten nicht immer Brot auf die Goldwaage legen!“

„Da fällt es mir wie Augen aus den Haaren!“

„Die Fahrt mit dem Friedhofsmobil ist oft der einzige Weg aus der Einsamkeit. Ein Service für Bürger ab 65.“

„Sie erledigte ihre Aufträge und anschließend ihren Hund.“

„Die ständigen Nachfragen sind mir völlig unverständlich. Meine Gattin hat Ihrem Vertreter bereits mehrfach alles gezeigt, was er sehen wollte.“

„Er machte vor Freude in die Luft.“

„Der Chef zog dem Azubi die Leviten lang.“

„Sie kam als Querschläger in unser Unternehmen.“

„Der Neue bot eine herausragende Präsentation wie jede andere.“

„Erst machte er seine Arbeit und dann sich davon.“

„Nach dem letzten Lapsus jagte er sie zur Sau. “

Aus einem Online-Newsletter:
„Mit dieser Mail möchten wir uns bei Ihnen allen entschuldigen, da sich leider ein Tippfehler auf ganz gemeiner Wiese eingeschlichen hat.“

Aus der Anzeige eines Beerdigungsinstitutes:
„Wir sorgen für die Toten und gestalten gemeinsam mit ihnen eine würdevolle Trauerfeier und Beerdigung.“

Aus einer Unfallmeldung:
„Meine Putzhilfe erlitt einen Unfall. Sie wird von mir teilweise geschäftlich, teils privat genutzt.“

Aus einem Romanmanuskript:
„Er war der Sohn einer Trainerin und einer Dozentin.“

Aus einer Biografie:
„Sie hatte eine 70-jährige Mutter sowie ein Lungenleiden, was auf die schlechten Wohnverhältnisse zurückzuführen war.“

Aus der Yellow Press:
„Nach der Geburt ihrer zweijährigen Tochter bekam die Darstellerin Depressionen.“

Aus einem Schulaufsatz:
„Die Leiche wurde am Mittag gefunden. Sie hatte in einem Imbiss gearbeitet.“

Aus der Beschreibung eines Unfallhergangs:
„Die alte Dame lief völlig unmotiviert auf die Fahrbahn, um dann wortlos unter meinem PKW zu verschwinden.“

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Korrektorat, Lektorat oder Komplettlektorat, das sind kleine, aber feine Unterschiede.


Aus der Reklamation eines Versicherungskunden:

„Ich habe so viel Formulare ausfüllen müsen, daß es mir beinahe lieber wäre, meine liebe Frau wär garnicht verstorben.“

Korrektur:
„Ich habe so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir beinahe lieber wäre, meine liebe Frau wäre gar nicht verstorben.“

Einfaches Lektorat:
„Ich habe so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir fast lieber wäre, meine Frau wäre nicht gestorben.“

Komplettlektorat:
„Ich habe so viele Formulare ausgefüllt, dass ich es nun leid bin. Bitte ersparen Sie mir weitere Korrespondenz. Der Tod meiner Frau bereitet mir Kummer genug.“

Sie sehen: Die einfache Korrektur ist nicht unbedingt die beste Lösung ...



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nach oben© Ulrike Rudolph - Lektorat und Redaktion